Diabetes & Stoffwechsel
Prädiabetes: Was bedeutet ein erhöhter Blutzucker?
Prädiabetes bedeutet, dass die Blutzuckerwerte bereits erhöht sind, aber noch nicht im Diabetesbereich liegen. Früh erkannt lässt sich das persönliche Risiko gezielt beeinflussen.
5 Min.
📊 Welche Werte sprechen dafür?
100–125 mg/dl
Nüchternblutzucker – gestörte Nüchternglukose
5,7–6,4 %
HbA1c – erhöhtes Diabetesrisiko
140–199 mg/dl
2-Stunden-Wert im oGTT – gestörte Glukosetoleranz

✨ Das Wichtigste in Kürze
Prädiabetes bedeutet ein erhöhtes Diabetesrisiko, aber noch keinen manifesten Diabetes.
Hinweise können ein Nüchternblutzucker von 100–125 mg/dl, ein HbA1c von 5,7–6,4 % oder ein 2-Stunden-Wert im oGTT von 140–199 mg/dl sein.
Prädiabetes verursacht häufig keine Beschwerden und wird deshalb oft bei einer Vorsorge- oder Blutuntersuchung entdeckt.
Bewegung, ausgewogene Ernährung und – wenn erforderlich – eine nachhaltige Gewichtsreduktion können das Risiko für Typ-2-Diabetes deutlich beeinflussen.
Bei Prädiabetes sollten Blutzucker und weitere kardiovaskuläre Risikofaktoren regelmäßig kontrolliert werden.
🧬 Was bedeutet das für mich?
Ein Laborwert allein erzählt nicht die ganze Geschichte.
Alter
Gewicht
Familienrisiko
Blutdruck
Medikamente
Begleiterkrankungen
weitere Laborwerte
Die Beurteilung erfolgt individuell – passend zu Ihrer persönlichen Situation.

Was bedeutet Prädiabetes?
Die Blutzuckerwerte liegen bereits über dem Normalbereich, erfüllen die Diabetes-Kriterien aber noch nicht. Der Begriff umfasst mehrere Veränderungen des Glukosestoffwechsels und wird immer im Gesamtzusammenhang beurteilt.
Wird daraus zwangsläufig Diabetes?
Nein. Prädiabetes bedeutet ein erhöhtes Risiko – kein unvermeidbares Diabetes. Frühzeitige Veränderungen des Lebensstils können das Risiko deutlich senken.
Was kann ich selbst tun?
Grundlage ist eine langfristige Veränderung des Lebensstils:
Bewegung: als Orientierung etwa 30 Minuten an fünf Tagen pro Woche, ergänzt durch muskelkräftigendes Training.
Ernährung: langfristig passend, mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkorn und Nüssen; es gibt nicht die eine „Diabetesdiät“.
Gewicht: bei Übergewicht kann eine nachhaltige Reduktion von etwa 5–10 % einen wichtigen Beitrag leisten.
Sind Medikamente nötig?
Nicht automatisch. Die Basis sind Lebensstilmaßnahmen; ob zusätzlich eine medikamentöse Prävention sinnvoll ist, hängt vom individuellen Risiko und der Gesamtsituation ab.
Wie oft kontrollieren?
Bei bekanntem Prädiabetes wird in der Regel eine jährliche Kontrolle empfohlen; je nach Situation auch früher. Neben dem Blutzucker sollten auch Blutdruck und Blutfette im Blick bleiben.
🧭 Wie geht es weiter?
1
Befund verstehen
2
persönliches Risiko einschätzen
3
individuelle Ziele festlegen
4
Verlauf kontrollieren
5
falls erforderlich Therapie gemeinsam planen
👵 Im höheren Lebensalter
Ziele und Behandlung werden individuell an die persönliche Situation angepasst.
Begleiterkrankungen
Medikamente
Mobilität
Gedächtnis / Kognition
Selbstständigkeit
Therapiesicherheit
Im höheren Lebensalter können deshalb andere Behandlungsziele sinnvoll sein als bei jüngeren Menschen.
Quelle: Österreichische Diabetes Gesellschaft — Geriatrische Aspekte bei Diabetes mellitus (Update 2026)
👨👩👧 Kinder & Jugendliche
Für die Diabetesdiagnose gelten grundsätzlich dieselben Grenzwerte wie bei Erwachsenen.
Abklärung, Betreuung und Therapie müssen jedoch alters- und familiengerecht erfolgen.
Bei auffälligen Werten ist eine kinderärztliche bzw. pädiatrisch-diabetologische Abklärung sinnvoll.
Quelle: Österreichische Diabetes Gesellschaft — Diabetes mellitus im Kindes- und Jugendalter (Update 2026)
⚠️ Wann sollte ich ärztlich nachfragen?
Bitte ärztlich abklären, wenn:
Blutzuckerwerte wiederholt erhöht sind,
ein auffälliger Zuckerbelastungstest vorliegt,
zusätzliche Risiken wie Übergewicht, Bluthochdruck oder erhöhte Blutfette bestehen,
früher ein Schwangerschaftsdiabetes bestand,
Beschwerden wie starker Durst, häufiges Wasserlassen, Gewichtsverlust oder Müdigkeit auftreten.
Ein einzelner Laborwert sollte immer im medizinischen Gesamtkontext beurteilt werden.
🩺 Was sollte im Blick bleiben?
Blutzucker
Blutdruck
Gewicht
Blutfette
💡 Take-home Message
Prädiabetes ist ein Warnsignal – kein unvermeidbarer Weg zu Diabetes. Früh erkannte Risiken können gezielt beeinflusst werden.
Medizinisch geprüft von
Dr. med. Shahzada Amir, M.Sc., Ph.D.
Quellen
Österreichische Diabetes Gesellschaft
Diabetes mellitus – Definition, Klassifikation, Diagnose, Screening und Prävention, Update 2026
Österreichisches Gesundheitsportal
Diabetes: Diagnose
Österreichisches Gesundheitsportal
Diabetes mellitus Typ 2
Österreichische Diabetes Gesellschaft
Geriatrische Aspekte bei Diabetes mellitus (Update 2026)
Österreichische Diabetes Gesellschaft
Diabetes mellitus im Kindes- und Jugendalter (Update 2026)
Medizinischer Hinweis
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose. Bei Beschwerden oder gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.